Democracy in Motion

Motion Design im Wohnmobil

Die Kurzfassung

Der Omnibus für direkte Demokratie ist seit 1987 in Deutschland unterwegs. 9 Monate im Jahr macht er an vielen Orten halt, um den Menschen die Idee der Bundesweiten Volksabstimmung näher zu bringen. Hier geht es jedoch nicht einfach um Politik, sondern um die Realisierung der Sozialen Plastik nach Joseph Beuys (1921 – 1986). Im Herbst 2009 ist der Omnibus zu seiner großen Auslandsreise aufgebrochen. Auf Einladung des Goethe-Instituts gab es Gewissermaßen eine Europatournee.

Die zehnwöchige Tour begann vor dem alten Bundestag in Bonn und führte über den Balkan bis nach Istanbul. Über die gesamte Strecke wurde er von einem Filmteam begleitet. Ziel war es, mit tagesaktuellen Berichten die Unterstützer in Deutschland auf dem Laufenden zu halten und weiteres Interesse zu schüren und außerdem Material für eine abendfüllende Dokumentation zu sammeln und die Produktion dieser auch vorzubereiten.

Viele Gewerke und nur zwei Hände

Da das Filmteam nur aus Regisseur, Kameramann, und mir bestand, vielen alle Aufgaben der Postproduktion und einige Aufgaben aus der Produktion in meine Zuständigkeit. Die tagesaktuellen Berichte wurden laufend Produziert und veröffentlicht. Mein Büro der Tisch des Wohnmobils, mein Postproduktionequipment bestand aus Laptop, vielen Festplatten, Stromgenerator und Benzinkanister.

Schnitt

Schneiden von Tagesaktuellen Berichten, direkt vor Ort. In einer Bonner Wohngegend, auf einem Parkplatz in Zagreb, auf einem öffentlichen Platz in Athen. Auf letzterem passierte es, dass gegen 22 Uhr ein Straßenreinigungsfahrzeug das Kabel das ich von einem nahegelegenen Kiosk gelegt hatte, einzog. Die Kabeltrommel ist mir quasi unterm Schreibtisch weggezogen worden. Zum Rendern musste dann doch wieder der Generator ran.

Motion Design

Da es keinerlei Vorbereitungen gegeben hatte, wurden auch Titel und Inserts von mir während der Fahrt gestaltet. Ebenso natürlich Farbkorrektur, Looks, etc.

Kamera

Als ob das nicht genug war, hatte ich noch einige Kameraeinsätze. Als zweiter Kameramann bei wichtigen Ereignissen, als 2nd Unit, und als Krandompteur – Aufbau, Abbau, Operating.

Master

Entwicklung von Backup Workflow, Data Wrangler, Erstellung von Proxies zur Sichtung usw. Für die große Doku dann auch zusammenführen der Farbkorrektur, Transkription, Untertitel Erstellung u.v.a.m.

Wiesbaden: Episode Abschied

Die erste Episode, die während der Fahrt entstand. Beuys‘ Meisterschüler und Vordenker der Bewegung macht sich Gedanken über die Einordnung der Tour.


Die Dokumentation

Die anschließend produzierte Dokumentation. Laufzeit 84 Minuten. Hier war ich insbesondere für Zusammenführung der Daten, Untertitelerstellung und Mastering zuständig.

EINE LANGE REISE

Die Tour war fordernd und intensiv auf allen Ebenen. Nicht nur das Arbeiten unter widrigen Umständen und unter höchstem Druck. Nicht nur das Anfangs fast tägliche Wechseln von Stadt, Land und Währung. Sondern auch erst ein mal ein Verständnis dafür entwickeln, was diese bunte Truppe von Künstlern und Aktivisten da eigentlich macht – und warum sie das macht. Woher diese Gruppe kommt, was die soziale Plastik ist, und was das Ganze mit der Beuysschen Fettecke zu tun hat, das habe ich mir im Laufe der 6 Wochen mühsam erarbeiten müssen.

Imagefotografie | Uni Hannover
Fusion Rapid Timelapse